
Seit der Ankündigung am 2. Februar 2010 stand fest, dass der amerikanische Künstler Jeff Koons das 17. Art Car für die Teilnahme an den 24 Stunden von Le Mans 2010 gestalten wird. Der Künstler reiste zu diesem Zweck mehrmals nach Deutschland, um mit den Designern und Ingenieuren von BMW Material- und Anwendungsoptionen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Optimierung der ästhetischen und aerodynamischen Merkmale des Rennwagens haben, einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. Durch die Arbeit mit dreidimensionalen CAD-Modellen des BMW M3 GT2 konnte Koons die Grafiken auf die Oberflächen des Autos projizieren und aus allen Blickrichtungen prüfen. Unter der direkten Leitung und Aufsicht von Koons wurde sein BMW Art Car mit Hilfe eines Teams von BMW Ingenieuren und Designern bei Schmid Design, nahe München produziert.

Die Herausforderung bei der Herstellung des BMW Art Cars lag in der Verwendung eines leichten Materials und eines Designs, das die Aerodynamik und das Gewicht des Rennwagens nicht negativ beeinflusst. Auch die Zeitplanung war ein wichtiges Thema, da zwischen den ersten Designskizzen und der Weltpremiere nur zwei Monate lagen. Aus diesem Grund wurde entschieden, Digitaldruck auf Vinyl zu verwenden. Anschließend wurde eine doppelte Klarlackschicht aufgetragen, um die Farben zur Geltung zu bringen. Um Koons‘ Design, das aus Hunderten von dynamischen Linien besteht, auf das Auto zu übertragen, wurden für den Druckprozess CAD-Designs von 3D in 2D übersetzt und anschließend in penibler Detailarbeit auf das gesamte Auto sowie auf einzelne Ersatzteile aufgetragen. Das Design von Koons ist von vielen hellen Kontrastfarben geprägt, um der kraftvollen Ästhetik Ausdruck zu verleihen. An den hinteren Seitenteilen und auf der Rückseite des Autos befinden sich explosionsartige Grafiken, die die Kraft des Autos widerspiegeln sollen. Die zwei grafischen Ringe auf der Rückseite des Autos sind Ausdruck für die rasante Beschleunigung. Das 17. BMW Art Cars wurde von Jeff Koons am 1. Juni 2010 im Pariser Centre Pompidou enthüllt und signiert.



Fotos/Text: Rainer Rossbach