
Die niederländische Klassikermesse unterscheidet sich von vielen europäischen Oldtimer-Messen. Statt reiner Marktorientierung oder spektakulärer Auktionen steht hier oft die technische und ästhetische Entwicklung des Automobils im Mittelpunkt. In diesem Jahr rückten japanische Sport- und Rennwagen in den Fokus, die weltweit Maßstäbe gesetzt haben. Gezeigt wurde eine Auswahl von Fahrzeugen, die exemplarisch für den japanischen Ansatz stehen, technologische Innovation konsequent in Serien- und Rennfahrzeuge zu übertragen.
Motorsportliche Ingenieurskunst zeigte etwa der Toyota 94C-V, ein kompromissloser Gruppe-C-Prototyp mit Kohlefaser-Monocoque, Turbomotor und konsequentem Leichtbau, entwickelt für maximale Performance auf Langstrecken genau wie der Mazda 787B mit Vierscheiben-Wankelmotor, der 1991 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit den Fahrern Volker Weidler, Johnny Herbert und Bertrand Gachot gewann.

Ergänzt wurde das japanische Technikbild durch Fahrzeuge wie den Mazda RX-7 TWR, der den Wankelmotor im internationalen Tourenwagensport etablierte, sowie den Autozam AZ-1, der mit Mittelmotor-Konzept und Aluminiumstruktur bewies, dass selbst das Kei-Car-Segment Raum für ambitionierte Ingenieurslösungen bot. Daneben zeigten europäische Exoten wie Fiat 8V Berlinetta Speciale, Saab Sonett III oder Aston Martin Lagonda Series 2, wie unterschiedlich technische Antworten auf ähnliche Fragestellungen ausfallen konnten.
Charakteristisch für die Interclassics Maastricht war der meist originale Erhaltungszustand der Exponate. Fahrwerkskonstruktionen, Antriebslösungen und Karosseriedetails machten die technische Evolution greifbar. Die Messe zeigte , dass automobile Geschichte auch von mutigen technischen Entscheidungen geprägt ist und dass Japan dabei nicht die schlechtesten Ideen hatte.
Fotos/Text: Rainer Roßbach
