
Das neue technologische Flaggschiff der Marke als direkter Nachfolger des Ferrari Enzo verband der Zweisitzer modernste Formel-1-Technologie mit einem Hochdrehzahl-V12 und markierte den Einstieg Ferraris in die Hybridära der Supersportwagen. Der Ferrari LaFerrari war als streng limitiertes Hypercar konzipiert und stellte das leistungsstärkste Serienmodell der Unternehmensgeschichte dar.
Karosserie und Chassis bestanden vollständig aus kohlefaserverstärktem Kunststoff und stammten direkt aus Ferraris Formel-1-Entwicklung. Ziel war eine maximale Verwindungssteifigkeit bei gleichzeitig minimalem Gewicht. Das aerodynamische Konzept setzte auf aktive Elemente, die je nach Fahrsituation den Abtrieb optimierten.
Herzstück des Antriebs war ein frei saugender 6,3-Liter-V12, der allein 800 PS leistete. Ergänzt wurde er durch ein aus der Formel 1 abgeleitetes KERS-Hybridsystem. Der Elektromotor steuerte weitere 163 PS bei, womit sich eine Systemleistung von 963 PS ergab. Anders als bei vielen anderen Hybridfahrzeugen diente das System nicht dem rein elektrischen Fahren, sondern ausschließlich der Leistungssteigerung und Effizienzoptimierung. Eine rein elektrische Fortbewegung war daher nicht möglich.

Die enorme Leistung spiegelte sich in den Fahrleistungen wider. Der Sprint von null auf 100 km/h gelang in deutlich unter drei Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit lag bei über 340 km/h. Trotz dieser Werte gab Ferrari für den LaFerrari einen kombinierten Normverbrauch von 13,9 Litern auf 100 Kilometer an. Der CO₂-Ausstoß wurde mit 330 Gramm pro Kilometer beziffert, was für ein Fahrzeug dieser Leistungsklasse als vergleichsweise niedrig galt.
Das Hybridsystem arbeitete dabei eng mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe zusammen. Die Energierückgewinnung erfolgte beim Bremsen sowie über den Verbrennungsmotor, ähnlich wie im Formel-1-Rennbetrieb. Die elektrische Zusatzleistung stand stets situationsabhängig zur Verfügung und unterstützte den V12 insbesondere beim Beschleunigen.
Der LaFerrari war auf 499 Exemplare limitiert und ausschließlich ausgewählten Kunden vorbehalten. Preislich bewegte sich das Modell in Regionen von deutlich über einer Million Euro pro Fahrzeug. Damit unterstrich Ferrari den exklusiven Charakter seines Spitzenmodells, das weniger als reines Sammlerobjekt, sondern vielmehr als technologische Machbarkeitsstudie gedacht war.
Der Ferrari LaFerrari stand 2013 sinnbildlich für den Technologietransfer aus dem Motorsport in ein straßenzugelassenes Serienfahrzeug. Mit seinem Hybridantrieb, der konsequent auf Performance ausgelegt war, definierte er die Ausrichtung zukünftiger Supersportwagen aus Maranello neu.

Fotos: Rainer Roßbach (2), Ferrari (1), Yanko Malinov (1)/Text: Rainer Roßbach
