Morgan LifeCar

Morgan LifeCar Concept (2009)

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Morgan LifeCar

Mit dem LifeCar wagte die Manufaktur aus dem englischen Malvern Link 2009 einen historischen Schritt: Erstmals in der über hundertjährigen Firmengeschichte präsentierte der britische Traditionshersteller ein konsequent technisch geprägtes Konzeptfahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb. Die Studie verband klassische Morgan-Formensprache mit moderner Elektromobilität und zeigte, wie emissionsfreier Sportwagenbau gedacht werden konnte.

Als sich Morgan zur Präsentation des LifeCar entschloss, bedeutete dies einen klaren Bruch mit der eigenen Tradition. Formal lehnte sich das Konzeptfahrzeug an das Coupé Aeromax an, technisch jedoch beschritt es vollkommen neues Terrain. Der Spaceframe des LifeCar war mit einem Brennstoffzellenantrieb kombiniert, der in Verbindung mit Elektromotoren sportwagentypische Fahrleistungen ermöglichen sollte. Das hohe, für Elektromotoren typische Drehmoment galt dabei als zentraler Performance-Vorteil.

Morgan LifeCar

Um auch bei höheren Dauergeschwindigkeiten konkurrenzfähig zu sein, wurde konsequent an Gewicht und Aerodynamik gearbeitet. Das Zielgewicht lag bei lediglich 600 Kilogramm. Die elegant gezeichnete Karosserie, trotz ihrer klassischen Linienführung, wies messbare aerodynamische Qualitäten auf. Der traditionelle Materialmix aus Aluminium und tragenden Holzstrukturen sorgte für eine hohe Verwindungssteifigkeit bei geringem Gewicht, während ein glattflächig verkleideter Unterboden den Luftwiderstand reduzierte. Charakteristisch blieb dennoch die klassische Morgan-Kühlermaske, die sich selbstbewusst in den Fahrtwind reckte.

Den Antrieb übernahmen vier Radnabenmotoren, eine technisch wie historisch bemerkenswerte Lösung. Morgan verwies dabei bewusst auf den Lohner-Porsche vom Beginn des 20. Jahrhunderts, dessen Radnabenmotoren als geistige Vorbilder galten. Statt CO₂ emittierte das LifeCar ausschließlich Wasserdampf. Die angegebene Reichweite betrug rund 300 Kilometer, konkrete Leistungsdaten nannte der Hersteller nicht. Die Manufaktur aus Malvern Link betonte jedoch, dass es sich um einen vollwertigen Sportwagen mit entsprechender Fahrdynamik gehandelt habe.

Bei der Entwicklung des über zwei Millionen Euro teuren Prototyps arbeitete Morgan eng mit der Universität Oxford und der deutschen Linde AG zusammen. Das LifeCar blieb zwar eine Studie, markierte jedoch einen technisch wie konzeptionell bedeutenden Meilenstein in der Geschichte von Morgan Motor Company.Rainer Roßbach, Rainer Rossbach, enzo-und-ferdinand, enzo&ferdinand, Enzo, Morgan LifeCar, Morgan Studie 2009, Brennstoffzellen-Sportwagen, Morgan Konzeptfahrzeug, Radnabenmotoren, Wasserstoffauto, Elektrosportwagen Studie, Morgan Aeromax Technik, emissionsfreier Sportwagen, britischer Sportwagen Prototyp

Fotos: Morgan Motor Company/Text: Rainer Roßbach