
Mit dem EcoRacer zeigte der Wolfsburger Konzern 2005 eine aufregende Vision eines hocheffizienten Sportwagens, die sicherlich ihre Liebhaber gefunden hätte. Das Konzeptfahrzeug war als kompakter Mittelmotor-Zweisitzer ausgelegt und kombinierte eine kohlefaserverstärkte Kunststoffkarosserie mit einem neu entwickelten 1,5-Liter-TDI-Vierzylinder. Bemerkenswert war die Abkehr von der damals bei Volkswagen üblichen Pumpe-Düse-Technik zugunsten einer modernen Common-Rail-Einspritzung – ein deutlicher Technologiesprung innerhalb der Dieselstrategie des Konzerns.
Der aufgeladene Selbstzünder leistete 100 kW (136 PS) und stellte ein Drehmoment von über 250 Nm bereit. In Verbindung mit einem Leergewicht von lediglich 850 Kilogramm ergaben sich beeindruckende Fahrleistungen: Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelang in 6,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 230 km/h. Gleichzeitig überzeugte der EcoRacer mit einem Durchschnittsverbrauch von nur 3,4 Litern Diesel pro 100 Kilometer – ein Wert, der selbst Jahre später Maßstäbe setzte. Das Leistungsgewicht und die Effizienz verdeutlichten das Potenzial einer intelligenten Kombination aus Downsizing, Turboaufladung und konsequentem Leichtbau.

Technisch ebenso interessant war das modulare Karosseriekonzept. Der EcoRacer ließ sich mit wenigen Handgriffen in drei unterschiedliche Varianten konfigurieren. Als Coupé präsentierte sich der Sportwagen mit geschlossener Karosserie und markanten, nach oben schwenkenden Dachflügeln. Entfernte man Dachhälften, T-Bar und Heckhutze, entstand ein Roadster mit offenem Zweisitzer-Layout. Durch den Austausch der Frontscheibe gegen ein minimalistisches Windschutzmodul verwandelte sich das Fahrzeug schließlich in einen puristischen Speedster. Dieses variable Konzept unterstrich den experimentellen Charakter der Studie und zeigte neue Wege in der Fahrzeugarchitektur auf.
Trotz seiner technischen Reife blieb der EcoRacer ein Einzelstück. Die aufwendige CFK-Bauweise machte eine wirtschaftliche Serienfertigung unrealistisch. Heute befindet sich das einzige Exemplar im ZeitHaus des Automuseums Wolfsburg.

Fotos/Text: Rainer Roßbach
