
Die realitätsnahe Studie zeigte, wie vernetzte, elektrisch angetriebene Stadtfahrzeuge den urbanen Individualverkehr der Zukunft prägen könnten. Der ultrakompakte PIVO3 verband innovative Antriebstechnik, autonomes Parken und intelligente Energienutzung zu einem ganzheitlichen Mobilitätskonzept. Der Nissan war die Vision eines rein elektrisch angetriebenen Stadtfahrzeugs, das konsequent auf die Anforderungen des urbanen Pendlerverkehrs zugeschnitten war. Die knapp drei Meter lange Studie bot Platz für drei Insassen in einer 1+2-Sitzanordnung und kombinierte ein außergewöhnlich kompaktes Packaging mit fortschrittlicher Fahrzeugtechnik.
Herzstück des Konzepts waren elektrische Radnabenmotoren in Verbindung mit einer Drive-by-Wire-Steuerung, die mechanische Verbindungen weitgehend ersetzte und neue Freiheitsgrade bei Lenkung und Manövrierbarkeit eröffnete. Ein wesentliches Merkmal des PIVO3 war seine extreme Wendigkeit. Dank einer im Vergleich zur Vorderachse schmaleren hinteren Spur sowie gegenläufig mitlenkender Hinterräder konnte sich das Fahrzeug nahezu auf der Stelle drehen. Bereits bei einer Straßenbreite von vier Metern gelang ein Wendemanöver ohne Einlegen des Rückwärtsgangs, was insbesondere im dichten Stadtverkehr klare Vorteile bot. Ergänzt wurde dieses Layout durch das automatische Einparksystem Automated Valet Parking, das den PIVO3 mit der umgebenden Infrastruktur vernetzte. Das Fahrzeug war in der Lage, freie Parkplätze selbstständig zu lokalisieren, anzusteuern und dort autonom zu parken.
Während der Abwesenheit des Fahrers lud der PIVO3 seine Batterien automatisch auf oder speiste überschüssige Energie ins öffentliche Stromnetz ein. Per Smartphone ließ sich das Fahrzeug anschließend wieder zu einem gewünschten Treffpunkt beordern. Damit verband Nissan Elektromobilität erstmals konsequent mit Cloud Computing und intelligenter Energieverwaltung. Auch im Innenraum setzte der PIVO3 auf Innovation: Der Fahrer nahm auf einem zentral positionierten Sitz Platz, digitale Monitore ersetzten klassische Außenspiegel und lieferten mithilfe mehrerer Kameras eine vollständige 360-Grad-Rundumsicht. Ein sogenannter Robotic Agent unterstützte den Fahrer mit Hinweisen, Warnungen und Informationen.
Über das Fahrzeug hinaus verstand Nissan den PIVO3 als Bestandteil eines vernetzten Energiesystems. In Verbindung mit dem Konzept NSH-2012, dem Nissan Smart House of the Future, konnten die Fahrzeugbatterien erneuerbare Energie speichern und Haushalte mit Strom versorgen. Damit zeigte der PIVO3 neue Perspektiven für die intelligente Stadt, in der Elektromobilität, Energieversorgung und digitale Infrastruktur eng miteinander verzahnt waren.

Fotos: Nissan/Text: Rainer Roßbach
