Bizzarrini Manta 1968

Bizzarrini Manta (1968)

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Bizzarrini Manta 1968

Der Bizzarrini Manta von 1968 gilt als radikale Studie italienischer Automobildesign-Kunst und verband kompromisslose Geometrie mit außergewöhnlicher Technik. Auf dem Turiner Autosalon präsentierte ItalDesign ein Konzeptfahrzeug, das neue Maßstäbe für Aerodynamik, Innenraumarchitektur und Hochleistungsantrieb setzte. Der Forschungsprototyp war konsequent auf Funktion und Form reduziert. Grundlage bildete ein von Giotto Bizzarrini entwickelter Rohrrahmen, der Leichtbau und hohe Verwindungssteifigkeit vereinte.

Als Antrieb diente ein leistungsstarker Chevrolet-V8-Einspritzmotor, der bis zu 400 PS entwickelte und in Längsrichtung unmittelbar hinter den Sitzen montiert war. Gekoppelt war das Aggregat an ein manuelles Vierganggetriebe. Die angestrebte Höchstgeschwindigkeit lag bei rund 330 km/h.

Eine der zentralen Innovationen des Manta war der Innenraum mit drei nebeneinander angeordneten Sitzen und einem mittig positionierten Fahrersitz. Diese Lösung ermöglichte optimale Sichtverhältnisse und eine ausgewogene Gewichtsverteilung. Die flache Bodenplatte schuf Raum für diese ungewöhnliche Sitzanordnung. Gesteuert wurde das Coupé über ein topfförmiges Lenkrad mit weit herausragender Lenksäule.

Bizzarrini Manta 1968

Aerodynamisch zeichnete sich der Manta durch eine um 15 Grad geneigte Frontscheibe aus, die eine fließende Verbindung zwischen Vorderhaube und Dach herstellte. Drei von innen verstellbare, jalousieartige Lamellen in der transparenten Frontpartie verbesserten die Fahrerposition, erleichterten Wartungsarbeiten an Bremsen, Kühler und Batterien und optimierten die Innenraumbelüftung.

Das Seitenprofil war glatt und strömungsgünstig ausgeführt. Charakteristisch war die durchgehende Verglasung vom vorderen Kotflügel bis zum Motorraum, ergänzt durch runde Öffnungen im Türschweller als gestalterisches Detail. Aufgrund der kurzen Frontpartie waren die Scheinwerfer in die bündig beginnende Fronthaube integriert.

Am Heck setzte sich das radikale Konzept fort: Die fast vollständig verglaste Heckpartie gab den Blick auf die Mechanik frei, Stoßstangen fehlten vollständig, zwei Auspuffrohre unterstrichen den technischen Anspruch. Das Dach fiel sanft zur nahezu waagerechten Heckscheibe ab, der Höhenunterschied zum Überrollbügel betrug lediglich 137 Millimeter. Der Bizzarrini Manta blieb ein Einzelstück, das Technik und Design kompromisslos miteinander verband.

Bizzarrini Manta 1968

Fotos/Text: Rainer Roßbach