
Das stromlinienförmige Coupé mit Kamm-Heck entstand 1963 als konsequente Weiterentwicklung der erfolgreichen 1600-Modelle der „Officine Specializzate Costruzione Automobili“. Während die zivile Version des 1600 GT mit 1,6-Liter-Twin-Cam-Motor und 95 PS sowie Starrachse auftrat, verfügte die Wettbewerbsvariante über eine leichte Zagato-Karosserie mit einer Einzelradaufhängung der Hinterachse und einen leistungsgesteigerten Motor. Der Wagen erhielt die Bezeichnung Tipo 1600 SP (Sperimentale).
Der 1.568 ccm große Vierzylinder mit 80 mm Bohrung und 78 mm Hub leistete in finaler Ausbaustufe 145 PS bei 6.800/min. Zwei Weber 45 DCO-Doppelvergaser, Twin-Spark-Zündung und eine Verdichtung von 9,5:1 kennzeichneten das Triebwerk. Die Kraftübertragung erfolgte über ein Vierganggetriebe und eine Einscheibenkupplung.
Herzstück war ein neu konstruierter Mehrrohr-Gitterrahmen. Die Radaufhängung bestand rundum aus unabhängigen Doppelquerlenkern mit Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfern und Stabilisatoren. Hinten kamen zusätzlich elliptische Federn zum Einsatz. Girling-Scheibenbremsen an allen vier Rädern sorgten für standfeste Verzögerung. Bei nur 710 Kilogramm Trockengewicht und einem 100-Liter-Tank war der 1600 SP auf Langstreckeneinsätze wie die 24 Stunden von Le Mans ausgelegt.
Wirtschaftliche Umstände verhinderten jedoch das Renndebüt. Die Maserati-Brüder mussten OSCA an Graf Giovanni Agusta verkaufen, dessen Interesse als Motorrad- und Flugzeughersteller, primär den Ingenieursleistungen galt. Die Entwicklung des 1600 SP2 wurde gestoppt, ein Renneinsatz fand nie statt. Mit dem Ausscheiden der Maserati-Brüder 1966 begann das Ende der Marke. Der einzige gebaute 1600 SP blieb im Besitz von Ernesto Maserati und ging später an seinen Sohn Alfieri über.
Der OSCA 1600 SP2 bleibt damit der letzte eigenständige Rennwagen der Maserati-Brüder und ist ein technisches Vermächtnis italienischer Rennsportgeschichte.

Fotos/Text: Rainer Roßbach
