
Der Schweizer Konzeptfahrzeug-Spezialist Frank M. Rinderknecht stellte 2007 mit dem eXasis erneut unter Beweis, dass visionärer Automobilbau nicht nur provozieren, sondern auch technisch überzeugen konnte. Die Studie wurde pünktlich zum Genfer Automobilsalon enthüllt und setzte mit ihrer vollständig transparenten Karosserie inklusive gläsernem Fahrzeugboden ein starkes visuelles wie technisches Statement.
Der eXasis basierte auf einem Aluminium-Chassis in Gitterrohr-Optik, das trotz massiver Anmutung extrem leicht ausgelegt war. Die Konstruktion erinnerte formal an klassische Auto-Union-Rennwagen der 1930er-Jahre, kombinierte diese Assoziation jedoch mit freistehenden Rädern und Offroad-Anleihen. Die Karosserie bestand aus gelb schimmerndem, transparentem Kunststoff, wodurch sämtliche technischen Komponenten sichtbar blieben.

Im Innenraum saßen Fahrer und Beifahrer hintereinander auf Sitzen aus zwölf transparenten Makrolon-Rippen. Ergänzt wurden diese durch Kopfstützen und Armlehnen aus durchsichtigem Gel. Kontraste setzten Bauteile aus aluminiumbedampftem Glasfasermaterial mit Rautenstruktur, die sich unter anderem an Felgen, Querlenkern, Tank und Leuchten fanden. Zwei schwebend wirkende, transparente Touch-Displays dienten als zentrale Bedienelemente. Diese basierten technisch auf beschichteten CD- beziehungsweise DVD-Rohlingen und erlaubten eine vollständig personalisierbare Benutzeroberfläche.
Angetrieben wurde der eXasis von einem offen sichtbaren Zweizylinder-Weber-Motor im Heck. Das 750-Kubikzentimeter-Aggregat leistete dank Turboaufladung, Doppeldrosselklappen und Ladeluftkühlung 150 PS bei 7.000 U/min. Daraus resultierte eine spezifische Leistung von 200 PS pro Liter Hubraum. Mit einem Leistungsgewicht von rund fünf Kilogramm pro PS erreichte das Konzept echtes Sportwagenniveau. Das Getriebe war aus Platzgründen unterhalb des Motors angeordnet.
Besonderes Augenmerk legte Rinspeed auf den umweltfreundlichen Betrieb. Neben Benzin konnte der Motor mit E85 betrieben werden, einem Kraftstoffgemisch aus 85 Prozent Bioethanol und 15 Prozent Benzin. Bioethanol wurde aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen, galt als weitgehend CO₂-neutral und ermöglichte durch seine hohe Oktanzahl einen effizienteren Motorbetrieb. Ein einstellbares Fahrwerk mit Gewindefederbeinen aus hochfestem Aluminium rundete das technische Gesamtpaket ab. Der transparente Zweisitzer bot damit nicht nur einen optischen, sondern auch einen fahrdynamischen und technologischen Ausnahmezustand.



Fotos: Rinspeed/Text: Rainer Roßbach
