
Toyota hat seine Kei-Nutzfahrzeugpalette in Japan um eine batterieelektrische Version des Pixis Van erweitert. Das Modell kombiniert 257 Kilometer Reichweite, 47 kW Leistung und hohe Alltagstauglichkeit – ein Konzept, das auch für die europäische Diskussion um eine eigene Kei-Fahrzeugklasse relevant ist. Die batterieelektrische Version des Toyota Pixis Van BEV ist in Japan seit dem 2. Februar 2026 erhältlich und richtet sich an Gewerbetreibende sowie Zustelldienste im urbanen Raum. Mit einer Reichweite von 257 Kilometern pro Ladung positioniert sich der kompakte Transporter als praxisgerechte Lösung für die sogenannte „letzte Meile“, einem Segment, das in Japan rund 60 Prozent des gewerblichen Fahrzeugbestands ausmacht.

Angetrieben wird der Pixis Van BEV vom e-SMART ELECTRIC System, das gemeinsam mit Suzuki und Daihatsu entwickelt wurde. Eine im Heck integrierte eAxle-Einheit vereint Elektromotor, Inverter und Untersetzungsgetriebe. Sie leistet 47 kW und stellt ein maximales Drehmoment von 126 Nm bereits ab dem Start bereit. Der Hinterradantrieb sorgt auch bei voller Beladung für stabile Traktion im Stop-and-Go-Verkehr und auf Steigungen. Die 36,6-kWh-Lithium-Ionen-Batterie ist flach im Fahrzeugboden integriert, senkt den Schwerpunkt und erhöht zusammen mit zusätzlichen Verstärkungen die Karosseriesteifigkeit. Eine neu entwickelte Starrachse mit Schubstreben reduziert die ungefederten Massen und verbessert die Fahrstabilität.
Beim Laden unterstützt der Transporter serienmäßig Schnellladung. Von der Warnmeldung bis zu 80 Prozent vergehen rund 50 Minuten. An einer 6-kW-Normalladestation dauert eine Vollladung etwa sechs Stunden. Zusätzlich verfügt das Fahrzeug über eine serienmäßige 1.500-Watt-AC-100-Volt-Stromversorgung für Werkzeuge oder externe Geräte. Die V2H-Kompatibilität ermöglicht zudem die Einspeisung von Energie ins Hausnetz, was den Pixis Van BEV bei Stromausfällen als mobile Energiequelle qualifiziert.

Das Ladeabteil bietet mit 1.920 mm Länge, 1.270 mm Breite und 1.250 mm Höhe das größte Volumen unter den Kei-Cab-Over-Vans. Die maximale Nutzlast beträgt 350 Kilogramm, die Ladekante liegt bei 630 mm. Energieeffiziente Sitzheizungen, automatische Klimatisierung und ein Multi-Informationsdisplay zur Anzeige von Batteriestatus und Energieverbrauch runden das technische Konzept ab.
Vor dem Hintergrund der EU-Debatte über eine neue, an japanische Kei-Cars angelehnte Fahrzeugklasse liefert der Toyota Pixis Van BEV ein reales Beispiel für effiziente, elektrisch angetriebene Mikronutzfahrzeuge. Kompakte Abmessungen, geringes Gewicht und elektrische Reichweite könnten auch in europäischen Innenstädten zur Dekarbonisierung des Lieferverkehrs beitragen – vorausgesetzt, regulatorische Rahmenbedingungen schaffen vergleichbare Voraussetzungen.

Fotos: Toyota/Text: Rainer Roßbach
