Citroën GEN3 Evo Formel E

Citroën GEN3 Evo Formel E

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Citroën GEN3 Evo Formel E
Copyright Arnaud Taquet @ ContinentalProductions

Der französische Hersteller Citroën kehrt mit seinem Monoposto für die Formel E in die Welt des elektrischen Motorsports zurück – ein Rennwagen, der nicht nur technische Höchstleistung bietet, sondern zugleich ein Zeichen für die Mobilität von morgen setzt. Bereits in den 1960er-Jahren gab es einen Citroën-Formelwagen, entstanden aus der Leidenschaft von Maurice Émile Pezous, einem Citroën Händler in Albi. Als ökonomisches Einsteiger-Fahrzeug konzipiert, nutzte der MEP Komponenten des Ami 6 und GS, um jungen Fahrern eine echte Sprungbrett-Funktion in den Motorsport zu bieten. Unterstützt von Citroën und der FFSA wurde er zum ikonischen Fahrzeug der „Formule Bleue“, einer Kategorie zur Förderung zukünftiger französischer Talente. Zwischen 1965 und Ende der 1970er-Jahre wurden mehrere Versionen – vom MEP X1 bis zum MEP X27 – entwickelt, die das Konzept perfektionierten, ohne die DNA der Marke zu verraten: Leichtigkeit, Einfallsreichtum und Fahrspaß. 1966 wurde der MEP auf dem Circuit de la Sarthe in Le Mans von Maurice Trintignant getestet.

Basis des neuen elektrischen Einsitzers ist eine ultraleichtes Monocoque­ aus Carbonfaser: Es erfüllt höchste FIA-Sicherheitsanforderungen und hat ein Mindestgewicht von nur 859 Kilogramm inklusive Fahrer. Der Antrieb liefert bis zu 350 kW, was etwa 470 PS entspricht, und beschleunigt den Wagen in 1,86 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 320 km/h – damit ist der GEN3 Evo der schnellste rein elektrische Einsitzer in der FIA-Historie.

Citroën GEN3 Evo Formel E
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Ein besonderes technisches Merkmal ist das Zweimotoren­-System zur Energierückgewinnung: Ein Heckmotor übernimmt den Vortrieb, ein Frontmotor die Rekuperation. Im sogenannten „Attack Mode“ wirken beide Motoren gemeinsam und ermöglichen Allradantrieb. Die Rekuperations­leistung beträgt bis zu 600 kW, damit lassen sich nahezu 50 % der im Rennen verbrauchten Energie wiedergewinnen. Als Energiespeicher dient eine Batterie mit etwa 47 kWh Kapazität, optimiert für maximale Leistungsabgabe, thermische Stabilität und Langlebigkeit.

Das Know-how von Stellantis Motorsport fließt in die Entwicklung sämtlicher Komponenten ein: Hochleistungs­-Elektromotoren, eigens entwickelte Inverter- und Leistungssteuerungs­software sowie das doppelte Motor­-Rekuperations­system an Vorder- und Hinterachse. Ein umfassendes thermo­ und Energie­management kontrolliert das Zusammenspiel von Antrieb, Rekuperation und Batterie. Diese Kombination aus Leistung, Effizienz und Zuverlässigkeit bildet das Herzstück des Projekts – fundamental in einer Serie, in der jedes Prozent Effizienz einen Wettbewerbsvorteil bietet.

Citroën GEN3 Evo Formel E
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Darüber hinaus dient der GEN3 Evo als technologisches Labor: Erkenntnisse aus dem Rennbetrieb fließen direkt in die Serien­entwicklung von Elektrofahrzeugen ein. Verbesserungen beim Batteriemanagementsystem, Effizienzsteigerung von Inverterplattformen, optimierte Energierückgewinnung beim Bremsen sowie ausgefeilte Softwarestrategien zur Motorsteuerung – all das sind Transfer­leistungen, die konkrete Vorteile für künftige Mobilitätslösungen bieten.

Design- und Marken­seite setzt Citroën ein klares Zeichen: Die Formel E-Lackierung zeigt einen Farbverlauf entlang der markentypischen Doppelwinkel – von leuchtendem Rot an der Front, über Weiß und Blau im hinteren Bereich. Das dreifarbige Konzeptsoll soll französisches Know-how und Innovationsgeist unterstreichen.

Die Teilnahme von Citroën in der visionären und engagierten 100 % elektrischen Meisterschaft ist mehr als ein sportlicher Schritt: Sie steht für Verantwortung und Nachhaltigkeit. Die Serie verfolgt ein Netto-Null-Emission-Ziel, nutzt Batterierecycling, setzt Reifen mit 35 % Recyclinganteil ein und optimiert kontinuierlich Logistikprozesse. Damit verbindet der GEN3 Evo Sportlichkeit mit ökologischem Anspruch – ganz im Einklang mit der Mobilitätsstrategie der Marke.

Zusammengefasst: Der Citroën GEN3 Evo ist nicht nur ein leistungsstarker Elektro-Rennwagen, sondern auch ein intelligentes Transfer­instrument für zukünftige Serien­elektromodelle – ein Statement, dass Motorsport und nachhaltige Mobilität Hand in Hand gehen können.

Fotos: Citroën, Stellantis, Arnaud Taquet @ Continental Productions/Text: Rainer Roßbach