BMW Concept M5 V10 (2004)

BMW Concept M5 V10 (2004)

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BMW Concept M5 V10 (2004)

Der BMW Concept M5 von 2004 war mehr als eine Designstudie. Mit einem hochdrehenden V10-Saugmotor, Siebengang-SMG und Technik aus dem Formel-1-Programm von BMW zeigte die Limousine, wie nah Rennsport und Serienentwicklung damals zusammenrückten. Der BMW Concept M5 wurde damit zum direkten Vorboten des späteren BMW M5 E60 – und zu einem der interessantesten M-Projekte seiner Zeit.

M steht bei BMW seit jeher für die Verbindung von Alltagstauglichkeit und kompromissloser Fahrdynamik. Beim BMW Concept M5 von 2004 wurde dieses Prinzip auf eine besonders konsequente Weise interpretiert. Unter der Haube der Studie arbeitete ein fünf Liter großer V10-Saugmotor, dessen technische Philosophie eng an die Erfahrungen aus dem Formel-1-Programm von BMW WilliamsF1 angelehnt war. Rund 500 PS und mehr als 500 Newtonmeter waren für die Studie vorgesehen

Damit zielte BMW nicht spezifisch auf einen möglichst hohen Spitzenwert, sondern auf eine spezielle Charakteristik der Leistungsentfaltung: spontan, linear und mit einer Drehfreude, die für einen großvolumigen Serienmotor außergewöhnlich war. Die zeitliche Einordnung ist entscheidend. BMW lieferte damals Motoren für Williams in der Formel 1, und der V10 gehörte in der Königsklasse zu den charakteristischen Antriebskonzepten dieser Ära. Der Concept M5 übernahm allerdings keinen Formel-1-Motor. Vielmehr flossen Erfahrungen aus dem Rennsport in die Entwicklung des Straßenmotors ein. BMW selbst verwies insbesondere auf die Motorelektronik, die von Erkenntnissen aus dem Williams-F1-Programm profitierte. 

BMW Concept M5 V10 (2004)

Auch die Kombination aus variabler Nockenwellensteuerung, Einzeldrosselklappen und einer auf hohe Querbeschleunigung ausgelegten Ölversorgung zeigt, wie konsequent die M-Ingenieure das Thema Hochdrehzahlmotor dachten. Der V10 sollte nicht nur Leistung erzeugen, sondern seine Kraft über einen breiten Drehzahlbereich kontrollierbar zur Verfügung stellen. Darin lag die Faszination des Projekts: Eine komfortable viertürige Limousine sollte sich im Stadtverkehr ebenso selbstverständlich bewegen lassen wie auf einer Rennstrecke. 

Für die Kraftübertragung entwickelte BMW ein Siebengang-SMG. Das sequenzielle Getriebe verband die Möglichkeit manueller Gangwechsel mit kurzen Schaltzeiten und einer Automatikfunktion. 

BMW Concept M5 V10 (2004)

Auch beim Fahrwerk blieb BMW seiner Philosophie treu. Die Aluminiumstruktur und die konsequente Abstimmung von Fahrwerk, Lenkung, Bremsanlage und elektronischen Regelsystemen sollten die Kraft des V10 beherrschbar machen. Ein variables M-Sperrdifferenzial und eine speziell abgestimmte Dynamic Stability Control sorgten dafür, dass die Hinterachse die Leistung möglichst effizient in Vortrieb umsetzen konnte. Dazu kamen eine verstärkte Bremsanlage und eine Servotronic-Lenkung mit M-spezifischer Abstimmung. Die Dimensionen der Räder machten den Anspruch sichtbar: 255/40 ZR 19 vorn und 285/35 ZR 19 hinten waren für die Studie vorgesehen. 

Das Design übersetzte diese Technik in eine zurückhaltende Formensprache. Der Concept M5 blieb klar als 5er-Limousine erkennbar, wirkte jedoch breiter und tiefer. Große Lufteinlässe in der Front dienten der zusätzlichen Kühlung des leistungsstarken Antriebs. Die Seitenschweller, die M-typischen Kiemen und die vier Auspuffendrohre signalisierten Leistungsfähigkeit, ohne die Karosserie mit dekorativen Details zu überladen. Diese Verbindung aus Zurückhaltung und technischer Funktion wurde später zu einem wesentlichen Bestandteil des Serien-M5 E60. 

Der 2005 präsentierte BMW M5 E60 erhielt einen 5,0-Liter-V10 mit 507 PS und 520 Newtonmetern und drehte bis 8.250/min. BMW bezeichnete ihn als ersten hochdrehenden V10 in einer regulären Serienlimousine. Damit wurde aus der Studie innerhalb kurzer Zeit ein Serienautomobil, das einen außergewöhnlichen Moment der Automobilgeschichte dokumentierte. 

BMW Concept M5 V10 (2004)

Fotos: BMW Group/Text: Rainer Roßbach