Renault E-Space Concept

Renault E-Space Concept

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Renault E-Space Concept

Mit dem E-Space Concept überträgt Renault die Idee des 1984 vorgestellten Espace in das Zeitalter der Elektromobilität. Statt eines SUV oder einer klassischen Limousine entwirft die französische Marke einen vollelektrischen Großraumwagen, dessen technische Architektur konsequent auf Raumausnutzung, Variabilität und Reisekomfort ausgerichtet ist. Das Konzeptfahrzeug interpretiert damit die Renault-Philosophie der „voitures à vivre“ neu: Das Auto soll nicht allein der Fortbewegung dienen, sondern als flexibler Lebensraum unterschiedliche Bedürfnisse seiner Insassen erfüllen.

Mit einer Länge von 4,70 Metern, einer Breite von 2,02 Metern und einer Höhe von 1,67 Metern orientiert sich das Renault E-Space Concept in seinen Proportionen am ersten Espace. Kurze Überhänge und 23-Zoll-Räder an den vier Fahrzeugecken prägen die Silhouette. Eine niedrige Gürtellinie, moderate Bodenfreiheit und großzügige Glasflächen unterscheiden das Konzept von der heute verbreiteten SUV-Formensprache. Die weit nach vorn gezogene Windschutzscheibe erinnert an das charakteristische TGV-Profil des ursprünglichen Espace. Ein absenkbarer Frontsplitter soll bei höheren Geschwindigkeiten die Aerodynamik verbessern. Ein schwarzes, skateboardähnliches Gestaltungselement im unteren Karosseriebereich nimmt technische Komponenten wie Batterie und aerodynamische Elemente optisch auf.

Renault E-Space Concept

Das Design folgt einer klaren, reduzierten Formensprache. An der Front verbindet eine breite, U-förmige Lichtsignatur die Gestaltungselemente, während das beleuchtete Renault-Logo durch eine pixelartige Inszenierung scheinbar frei im Raum steht. Die großzügige Verglasung ist ein zentrales Element des Konzepts. Dach und Seitenfenster reichen weit nach unten und lassen den Innenraum wie eine gläserne Kabine erscheinen. Als architektonische Referenz nennen die Designer unter anderem das Farnsworth House von Ludwig Mies van der Rohe. Die Karosserie umschließt dabei einen Innenraum, dessen Gestaltung bereits vor der äußeren Form definiert wurde.

Sechs Einzelsitze auf einem ebenen Fahrzeugboden bilden das Herzstück des variablen Raumkonzepts. Die Sitze sind identisch gestaltet, lassen sich drehen und ermöglichen unterschiedliche Nutzungsszenarien. Die beiden Sitze der zweiten Reihe können um 180 Grad nach hinten gedreht werden, sodass gemeinsam mit der dritten Reihe eine einander zugewandte Vierergruppe entsteht. In Fahrtrichtung bieten Klapptische mit integrierten 12,3-Zoll-Bildschirmen an den Vordersitzlehnen zusätzliche Funktionalität. Umgeklappt dienen die Sitze der zweiten Reihe als großer Tisch für die Passagiere dahinter. Eine verschiebbare Mittelkonsole kann mit Luftreiniger, kleinem Kühlschrank und Videospiel-Controllern ausgestattet werden.

Renault E-Space Concept

Im Cockpit setzt Renault auf eine neue Panorama-Bedienschnittstelle. Das 1.130 Millimeter breite und 110 Millimeter hohe OpenR-Panorama-Display erstreckt sich über die gesamte Fahrzeugbreite. Es ist bewusst nicht als Touchscreen ausgelegt. Zwei flexible Touch-Bildschirme übernehmen die Bedienung der Funktionen. Sie drehen sich um einen röhrenförmigen Sockel, an dem das kompakte Lenkrad befestigt ist. Die Steer-by-Wire-Technologie verzichtet auf eine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern und ermöglicht eine flexible Anpassung des Lenkradwinkels. Das OpenR-Panorama-Konzept soll künftig auch in höher positionierten Renault-Modellreihen wie Rafale und Scenic eingesetzt werden.

Neben der digitalen Technik rückt Renault die Materialentwicklung in den Mittelpunkt. Gefärbtes Stroh dient als Innenraumverkleidung, der hochflorige Teppich besteht vollständig aus Wolle. Für den Innenraumlack kommt ein Harz mit 18 Prozent biobasiertem Anteil zum Einsatz. Das Lenkrad verwendet teilweise Materialien auf Basis von 26 Prozent Rizinusöl und 25 Prozent Bio-Baumwolle. Auch die Reifen enthalten durchschnittlich 19 Prozent Naturkautschuk aus nachhaltig bewirtschafteten Plantagen. Mit dem E-Space Concept zeigt Renault damit eine mögliche Zukunft des Familienautos, in der Elektromobilität, variable Raumnutzung, digitale Bedienkonzepte und alternative Werkstoffe zusammenfinden.

Fotos: Renault/Text: Rainer Roßbach