
Der Zweisitzer basiert auf einem originalen, bislang ungenutzten Chassis und setzt technisch wie konzeptionell auf jene Eigenständigkeit, die Bristol seit Jahrzehnten auszeichnet. Der Neustart der britischen Marke beginnt damit nicht mit einem völlig neuen Modell, sondern mit der Vollendung eines unvollendeten Kapitels ihrer jüngeren Geschichte. Der Bristol Fighter entstand ursprünglich Anfang der 2000er-Jahre und war das letzte Produktionsmodell der Marke, bevor die Fertigung 2011 endete.
Im Zentrum steht ein 8,0-Liter-V10, der serienmäßig 525 PS entwickelt. Optional werden 600 PS angeboten. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit bis zu 338 km/h angegeben. Damit positioniert sich der Fighter klar als Hochleistungsautomobil, ist konzeptionell aber mehr als ein reiner Supersportwagen. Bristol verbindet die Fahrleistungen des Zweisitzers mit dem Anspruch eines Gran Turismo, der auch durch seine Individualität, Eleganz und Langstreckentauglichkeit überzeugen soll.

Optisch zeigt der Fighter eine lange, flache Karosserie und markante Flügeltüren. Die Gestaltung verweist zugleich auf die Luftfahrttradition der Marke. Bristol Cars entstand 1945 als Ableger der Bristol Aeroplane Company und stellte 1946 den Bristol 400 fertig. Technische Eigenständigkeit und die Verbindung von Ingenieurskunst, Luxus und Individualität wurden zu charakteristischen Merkmalen der Marke. Der jetzt präsentierte Fighter knüpft unmittelbar an diese Tradition an.
Für die Wiederbelebung verantwortlich ist Bristol-Cars-Eigentümer und Direktor Paul King. Er ließ den ersten neuen Fighter auf Basis eines originalen Chassis und vorhandener Zeichnungen fertigstellen. Insgesamt existieren nach Angaben des Unternehmens fünf ungenutzte Fighter-Chassis. Eines davon ist nun fertiggestellt, vier weitere Fahrzeuge sollen in den kommenden Monaten angeboten werden. Auch diese Exemplare werden auf den originalen Chassis in Handarbeit aufgebaut. Kunden können die Fahrzeuge nach ihren Vorstellungen konfigurieren. Möglich sind Rechts- oder Linkslenker, zudem ist ein Export in wichtige Märkte wie die USA vorgesehen. Dort kommt für die seltenen Fahrzeuge die sogenannte Show-or-Display-Einfuhrerlaubnis infrage, die ihre besondere historische und sammlerische Bedeutung berücksichtigt.

Die Fertigung soll in Großbritannien gemeinsam mit einem renommierten Partner erfolgen. Dabei stehen technische Kompetenz, handwerkliche Qualität und Erfahrung im Kleinserienbau im Mittelpunkt. Bristol Cars setzt bewusst auf Exklusivität und geringe Stückzahlen. Eine wichtige Verbindungsglied zur Vergangenheit ist Richard Hackett, der als Chairman zu Bristol Cars zurückkehrt. Während der ursprünglichen Fighter-Ära war Hackett enger Berater und Vertrauter des früheren Bristol-Chefs Tony Crook. Seine Rückkehr soll Wissen über die Marke, ihre Fahrzeuge und ihre Kundschaft mit den Zukunftsplänen verbinden.
Historisch steht der Neustart zudem im Zeichen des 80-jährigen Jubiläums des ersten Bristol-Automobils. Nach dem Ende der Produktion 2011 hatte Kamkorp Autokraft Ltd. das geistige Eigentum und den Firmenwert übernommen und anschließend an Bristol Cars lizenziert. Der 2016 vorgestellte Bristol Bullet erreichte nie die Serienproduktion. Mit der Fertigstellung der letzten Fighter-Chassis beendet Bristol Cars das letzte unvollendete Fertigungsprogramm. Der Fighter ist nicht nur ein historisches Modell, das wieder aufgelegt wird. Er bildet die technische und konzeptionelle Brücke zwischen dem früheren Bristol Cars und der Zukunft der Marke.



Fotos: Bristol, Photographs by Sam Frost ©2026 – www.samfrostphotos.com/Text: Rainer Roßbach
