
Der Super Flow III entstand bei Pininfarina auf Basis eines Alfa Romeo 6C 3000 CM und verband bewährte Renntechnik mit einer radikal weiterentwickelten Karosserie. Als dritte Entwicklungsstufe der Super-Flow-Reihe dokumentiert der offene Spider den Wandel des italienischen Automobildesigns von den stark aerodynamisch geprägten Formen der 1950er-Jahre hin zu einer klareren, fließenderen Formensprache.
Die technische Grundlage des Alfa Romeo Super Flow III trägt die Chassisnummer 1361.00128. Das Fahrgestell wurde 1953 ursprünglich für den Alfa Romeo 6C 3000 CM (Competizione Maggiorata) gebaut. Der 6C 3000 CM war für den internationalen Sportwagenrennsport entwickelt worden und gehörte zu einer nur in kleiner Stückzahl gefertigten Baureihe. Nach seinem Einsatz im Wettbewerb gelangte das Chassis zu Pininfarina, wo es für die Entwicklung des Super Flow genutzt wurde.
Damit war es nicht zum ersten Mal Träger eines Designexperiments: Bereits der Super Flow von 1956 und der Super Flow II von 1957 entstanden auf derselben technischen Basis. Für den Super Flow III wurde das Konzept erneut grundlegend umgestaltet. Die geschlossenen Coupé-Karosserien der Vorgänger wichen einem offenen Spider. Gleichzeitig verschwanden die auffälligen Heckflossen, die das Erscheinungsbild der ersten beiden Super-Flow-Modelle geprägt hatten. Stattdessen setzte Pininfarina auf eine lange, fließende Linienführung, betonte vordere Radausschnitte und ein zum Heck hin schmaler werdendes Karosseriekonzept.
Eine besondere Rolle spielten Plexiglas-Verkleidungen im Cockpitbereich. Sie konnten geöffnet oder vollständig abgenommen werden und verliehen dem Konzept einen für die Zeit ungewöhnlich technischen Charakter. Unter der Karosserie blieb die Rennsport-DNA des 6C 3000 CM erhalten. Der Alfa Romeo Super Flow III verwendete weiterhin den 3,5 Liter großen Reihensechszylinder des Rennwagens. Der Motor leistete rund 275 PS. Damit verfügte das Konzept über einen für seine Zeit leistungsfähigen Antrieb, dessen Kraft über ein Fünfgang-Schaltgetriebe übertragen wurde.
Auch das Fahrwerk entsprach dem technisch anspruchsvollen Ausgangspunkt. An der Vorderachse kamen Doppelquerlenker zum Einsatz, während die Hinterachse als De-Dion-Konstruktion ausgeführt war. Der Super Flow III war damit weit mehr als eine reine Designstudie. Pininfarina nutzte das Rennsport-Chassis, um zu untersuchen, wie sich technische Substanz und eine neue Karosserieform miteinander verbinden ließen.
Besonders die Verbindung zu den späteren Formen des Alfa Romeo Spider von 1966 macht den Super Flow III zu einem wichtigen Beispiel für die Entwicklung der italienischen Sportwagenästhetik.
Fotos: Pininfarina/Text: Rainer Roßbach
