
Das Konzeptfahrzeug verfolgt einen neuen technischen Ansatz zur Reduktion von CO₂-Emissionen. Im Zentrum steht die sogenannte Mobile Carbon Capture Technologie, die direkt in das Abgassystem integriert ist. Ziel ist es, Kohlendioxid nicht erst nachträglich zu kompensieren, sondern unmittelbar während des Fahrbetriebs zu erfassen.
Das System nutzt Zeolith, ein poröses Mineral mit mikroskopisch kleinen Hohlräumen. Diese Struktur ermöglicht es, CO₂-Moleküle aus dem Abgasstrom zu binden. Während der Fahrt strömen die Emissionen durch das Filtersystem, wobei das Material wie ein Schwamm wirkt und das Kohlendioxid speichert. Der entscheidende Vorteil liegt in der direkten Integration in den Fahrzeugbetrieb, wodurch Emissionen unmittelbar reduziert werden können.
Mazda verfolgt dabei nicht nur die Abscheidung, sondern auch die Wiederverwertung des gebundenen CO₂. Laut Hersteller kann das gesammelte Gas beispielsweise in der Landwirtschaft zur Förderung des Pflanzenwachstums eingesetzt oder in industrielle Prozesse überführt werden, etwa zur Herstellung leistungsfähiger Kohlenstoffmaterialien.

Die Praxistauglichkeit der Technologie wurde unter realen Bedingungen getestet. In der japanischen Super Taikyu Langstreckenrennserie kam ein entsprechend ausgestatteter Mazda3 zum Einsatz. Während eines vierstündigen Rennens auf dem Fuji International Speedway konnte das System CO₂ unter hoher thermischer und mechanischer Belastung erfolgreich abscheiden. Diese Ergebnisse bestätigen die Widerstandsfähigkeit der Technologie gegenüber extremen Einsatzbedingungen wie Hitze, Vibration und Dauerbelastung.
Vor dem Hintergrund global steigender Emissionen sieht Mazda die Carbon-Capture-Technologie als ergänzenden Bestandteil einer umfassenden Klimastrategie. Neben der Elektrifizierung und dem Einsatz synthetischer Kraftstoffe könnte die CO₂-Abscheidung insbesondere bei Bestandsfahrzeugen mit Verbrennungsmotor eine relevante Rolle spielen. Da solche Fahrzeuge noch über Jahre im Einsatz bleiben werden, bietet dieser Ansatz eine kurzfristig umsetzbare Möglichkeit zur Emissionsreduktion.
Das Konzept zeigt, dass innovative Technologien auch im klassischen Antriebsumfeld neue Wege eröffnen können, um Emissionen effizient zu reduzieren und gleichzeitig Ressourcen sinnvoll weiterzuverwenden.

Fotos: Mazda/Text: Rainer Roßbach
