
Die erste Ausgabe der Techno Classica Salon 2026 am neuen Standort Dortmund hinterlässt ein differenziertes Bild. Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz: Hoher Publikumsandrang, eine lebendige Atmosphäre und starke Resonanz in den sozialen Medien sprechen für die Neuausrichtung. Mit dem Wechsel vom Frühjahr in den Frühherbst und dem kompakteren Salon-Format wurde die klassische Messe stärker auf Kommunikation, Qualität und internationale Vernetzung ausgerichtet.
Über vier Messetage präsentierten Händler, Restauratoren und Manufakturen historische Automobile, seltene Karosserievarianten und begehrte Youngtimer. Die modernisierten Hallen der Messe Dortmund boten dabei eine zeitgemäße Infrastruktur für Fahrzeugpräsentationen und Fachgespräche. Ein besonderer Programmpunkt war der Car Walk, bei dem ausgewählte Automobile fahrend und auf einer Bühne vorgestellt wurden. Damit rückte nicht nur die statische Präsentation, sondern auch die technische und gestalterische Qualität der Fahrzeuge stärker in den Mittelpunkt.

Neben Gästen aus Deutschland kamen Sammler und Fachbesucher aus verschiedenen europäischen Ländern nach Dortmund. Händler bestätigten rund 150 Verkäufe über unterschiedliche Preiskategorien hinweg. Auffällig war dabei ein qualitätsbewusstes Käuferverhalten im mittleren Preisbereich. Im oberen Marktsegment wurden ebenfalls Fahrzeuge verkauft, doch gerade bei besonders hochpreisigen und außergewöhnlichen Automobilen konnte die Premiere noch nicht an die Angebotsqualität und internationale Strahlkraft heranreichen, die der Der Techno Classica-Standort Essen über Jahre aufgebaut hatte. Auch die Dichte herausragender Einzelstücke und seltener Spezialfahrzeuge blieb in Dortmund zunächst hinter diesem etablierten Maßstab zurück.
Das ist nicht als grundsätzliche Schwäche denn als Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung zu verstehen. Die Struktur der neuen Veranstaltung, die moderne Halleninfrastruktur und die bereits erkennbare Auslastung schaffen Voraussetzungen, unter denen sich das Angebot in den kommenden Jahren weiterentwickeln kann. Gerade für eine Veranstaltung, die sich ausdrücklich als internationaler Classic-Car-Salon positioniert, wird entscheidend sein, zusätzliche Händler, Sammler und Anbieter besonders seltener und hochpreisiger Fahrzeuge nach Dortmund zu holen.

Eine wichtige Rolle spielten die zahlreichen Marken-Clubs und Dienstleister. Sie machten den Salon zu einem Treffpunkt der internationalen Oldtimer-Community und ergänzten den klassischen Handelsbereich um technische Kompetenz, Restaurierung, Ersatzteile und Markenwissen. Damit entstand eine Mischung aus Handelsplattform, Netzwerkveranstaltung und Automobilpräsentation.
Für die Veranstalter ist die Premiere zugleich der Auftakt zu einer längerfristigen Entwicklung. Nach Angaben der SIHA wurde das neue Konzept von Ausstellern, Händlern, Clubs und Besuchern positiv aufgenommen. Auch der ADAC Westfalen e. V. unterstützte die Veranstaltung als Kooperationspartner. Der Termin in der letzten Septemberwoche erwies sich dabei als geeignet für das neue Messeformat.

Die nächste Ausgabe ist bereits terminiert: Der Techno Classica Salon findet vom 23. bis 26. September 2027 erneut in Dortmund statt. Entscheidend wird dann sein, ob die vorhandene Infrastruktur und die kompaktere Struktur genutzt werden können, um das Angebot an außergewöhnlichen Fahrzeugen und insbesondere im internationalen Hochpreissegment weiter auszubauen. Die Premiere hat dafür eine belastbare Grundlage geschaffen. Dortmund kann den Vergleich mit Essen halten – die kommenden Veranstaltungen werden zeigen, ob aus dem neuen Standort dauerhaft ein eigenständiges Profil innerhalb der internationalen Klassiker-Szene entsteht.














Fotos/Text: Rainer Roßbach
