
Am 10. Januar wird in den Niederlanden die Oldtimersaison 2019 eröffnet. Bis zum Sonntag, den13. Januar ist Gelegenheit, bei der kleinen, feinen Show in Maastricht den ganz speziellen niederländischen Blick auf die Automobilhistorie zu geniessen. Der ist wie immer eigenwillig und attraktiv. In der Stadt kurz hinter der deutschen Grenze haben die Ausstellungsmacher ein attraktives Programm zusammengestellt, in dessen Im Mittelpunkt die italienische Marke Lancia steht. Zusammen mit dem niederländischen und belgischen Lancia Club sowie verschiedenen Museen haben die Ausstellungsmacher viele Höhepunkte der mehr als hundertjährigen Geschichte der Marke zusammengetragen. Höhepunkte sind hier ein 1953er Lancia D23-Rennsportwagen und – notabene – ein spektakulärer Delta HF Integrale 8V, ab 1987 auf dem Markt kam und respektable 177 PS stark.
Das spiegelt sich auch in den Plakaten wider. Beide Motive zeigten eine Illustration eines charakteristischen Lancia: den seltenen D23-Rennsportwagen von 1953 und einen Delta HF Integrale 8V aus den 1990er Jahren. Die zwei Motive lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit einer Mehrheit von 53 % lag schließlich die Illustration des D23 vorn. Sowohl dieser D23, das einzig erhaltene Originalexemplar des berühmten Lancia Rennsport-Typs, als auch der Delta HF Integrale 8V gehören zu den circa 25 Lancia-Spitzenmodellen, die im Areal des Messethemas zu sehen sein werden. Der Lancia D23 wird vom Louwman Museum zur Verfügung gestellt.
1906 wurde in Turin eine der traditionsreichsten und innovativsten italienischen Marken gegründet. Vincenzo Lancia, Sohn eines wohlhabenden italienischen Fleischkonserven-Produzenten, begann als Buchhalter beim Autopionier Ceirano, der 1899 von Fiat übernommen wurde. Dort wurde Lancia als Testfahrer sowie Grand Prix-Fahrer angestellt, neben Felice Nazzaro. Ungeachtet seiner Rennerfolge beschloss Lancia im Alter von 25 Jahren, gemeinsam mit dem Kompagnon Claudio Fogolin eine eigene Autofabrik zu gründen. Lancia entwickelte sich zu einer Marke, die über die Jahre vor allem mit technischen Innovationen auffiel. So sind die Modelle Lambda und Aprilia in technischer Hinsicht Meilensteine.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Vincenzos Sohn Gianni die Tradition mit dem legendären Aurelia GT fort, ebenso mit einem Formel-1-Projekt, das viel Geld verschlang. Nach drei abermals innovativen, jedoch nicht gewinnbringenden Modellen – Flaminia, Flavia und Fulvia – wurde Lancia 1969 von Fiat übernommen, behielt jedoch die relative Freiheit, besondere und im Rallye-Sport beispiellos erfolgreiche Autos wie den Stratos und den Delta HF Integrale zu entwickeln.
Leider hat es Fiat am Ende nicht verstanden, die Faszination der Marke in die Jetztzeit zu transportieren. Die letzte Blüte war der Thesis, der 2002 auf den Markt kam. Ein schöner, wenn auch verspielter Wagen, der die Erwartungen nicht erfüllte. Der Rest ist Agonie. Schön, dass die Interclassics jetzt die Gelegenheit bietet, die faszinierenden Wagen der Marke im historischen Kontext zu sehen.
Kontakt: www.interclassicsmaastricht.nl
Fotos und Text: Interclassics/Topmobiel/rr
