Honda S2000 „Suki“ (2001)

Honda S2000 „Suki“ (2001) 

Veröffentlicht von
Honda S2000 „Suki“ (2001)

Manche Automobile werden durch ihre Technik berühmt, andere durch ihre Rennsiege. Der Honda S2000 von Suki schaffte etwas anderes: Er wurde zur Popkultur. Sein grelles Pink, die Manga-Grafiken und sein Auftritt im Eröffnungsrennen von 2 Fast 2 Furious machten den offenen Sportwagen zu einem Symbol jener Epoche, in der japanische Performance-Fahrzeuge die weltweite Tuning-Szene eroberten. Heute bewahrt das Petersen Automotive Museum genau dieses Fahrzeug als Zeitkapsel einer automobilen Subkultur, die inzwischen längst zum Mainstream geworden ist. 

Als Honda den S2000 Ende der 1990er-Jahre präsentierte, entstand einer der faszinierendsten Roadster seiner Generation. Der kompakte Zweisitzer kombinierte Hinterradantrieb, eine perfekte Gewichtsverteilung und einen hochdrehenden VTEC-Vierzylinder zu einem Fahrerlebnis, das sich deutlich von europäischen Sportwagen unterschied. Bereits im Serienzustand galt der S2000 als Ingenieurskunst auf höchstem Niveau.

Honda S2000 „Suki“ (2001)

Für Hollywood reichte das jedoch nicht aus. Das Fahrzeug, das heute im Petersen Automotive Museum ausgestellt wird, begann seine Filmkarriere ursprünglich in The Fast and the Furious. Damals erschien es noch in schwarzer Lackierung und wurde mit der Figur Johnny Tran verbunden. Für die Fortsetzung 2 Fast 2 Furious erhielt der Wagen eine vollständige Neugestaltung. Die Karosserie wurde in ein auffälliges Pink getaucht, ergänzt durch Anime-inspirierte Airbrush-Grafiken, ein aufwendiges Bodykit und eine Optik, die perfekt zur von Devon Aoki verkörperten Figur Suki passte. 

Aus heutiger Sicht wirkt das Design wie eine Momentaufnahme der frühen 2000er-Jahre. Der Wagen repräsentiert eine Ära, in der Individualisierung wichtiger war als Perfektion. Während moderne Performance-Fahrzeuge zunehmend von Software, Aerodynamikpaketen und digitalen Fahrprogrammen geprägt werden, stand damals die persönliche Handschrift im Mittelpunkt. 

Auch technisch blieb das Filmfahrzeug nicht unangetastet. Nach Angaben des Petersen Automotive Museum arbeitet unter der Haube ein Paxton-Kompressor, der die Leistung auf rund 340 PS steigert. Für die spektakuläre Brückensprung-Szene erhielt der Roadster zudem spezielle Aerodynamik-Anbauteile und 18-Zoll-Räder. Damit wurde aus dem ohnehin agilen Sportwagen ein fahrendes Filmrequisit, das den visuellen Übertreibungen der Fast-&-Furious-Welt gerecht werden sollte. 

Honda S2000 „Suki“ (2001)

Die Fast-&-Furious-Reihe beeinflusste Anfang der 2000er-Jahre eine gesamte Generation von Enthusiasten. Fahrzeuge wie der Toyota Supra, der Nissan Skyline GT-R oder eben der Honda S2000 wurden zu globalen Ikonen. Die Filme machten technische Begriffe wie Turbolader, Nitrous-Systeme oder ECU-Tuning einem Millionenpublikum bekannt. Gleichzeitig entstand ein neues Verständnis von Automobilkultur, das stark von japanischen Importfahrzeugen geprägt war.

Der S2000 verkörperte dabei eine Sonderrolle. Anders als viele seiner Leinwandkollegen setzte Honda auf einen hochdrehenden Saugmotor statt auf Turboaufladung. Damit verbindet der Filmwagen zwei Welten: die authentische Ingenieursleistung eines außergewöhnlichen Sportwagens und die visuelle Extravaganz der Tuning-Kultur.

Heute steht der Honda im berühmten „Vault“ des Petersen Automotive Museum in Los Angeles. Dort befindet er sich in einer Sammlung, die bedeutende Fahrzeuge aus Motorsport, Filmgeschichte und Automobilentwicklung vereint. Im Jahr 2026 rückte das Museum zahlreiche Fahrzeuge der Fast-&-Furious-Reihe erneut ins Rampenlicht und unterstrich damit die kulturelle Bedeutung dieser Automobile weit über ihre Filmrollen hinaus. 

Fotos: Petersen Automotive Museum, petersen.org/Text: Rainer Roßbach