
Der in Texas entwickelte Blackbird verbindet moderne Fahrleistungen mit konsequent analogem Fahrerlebnis und einer auf Langstreckentauglichkeit ausgelegten Konstruktion. Es ist das dritte Hypercar von Hennessey Special Vehicles nach Venom GT und Venom F5. Während der Venom F5 konsequent auf maximale Geschwindigkeit ausgelegt wurde, verfolgt der Blackbird einen anderen technischen Ansatz. Im Mittelpunkt stehen ein frei saugender Hochdrehzahlmotor, ein klassisches Handschaltgetriebe sowie ein möglichst unmittelbares Fahrerlebnis ohne digitalen Overehead.
Herzstück des Fahrzeugs ist ein gemeinsam mit Ilmor Engineering entwickelter 6,2-Liter-V8-Saugmotor. Hennessey nennt eine geplante Leistung zwischen 800 und 850 PS sowie eine maximale Drehzahl von mehr als 9.000 Umdrehungen pro Minute. Auf Turboaufladung und Hybridtechnik wird verzichtet. Ziel ist eine besonders direkte Gasannahme, lineare Leistungsentfaltung und ein unverfälschtes akustisches Fahrerlebnis. Die Kraftübertragung übernimmt ein handgeschaltetes Sechsganggetriebe mit offener Schaltkulisse. Angetrieben werden nur die Hinterräder. Als Fahrleistungen nennt Hennessey eine Beschleunigung von 0 auf 60 mph in 2,5 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 220 mph.
Die technische Basis bildet ein vollständig neu entwickeltes Carbon-Monocoque. Die Karosserie besteht aus Kohlefaser. Das Zielgewicht liegt unter 1361 Kilogramm. Adaptive Dämpfer sollen sowohl sportliche Fahrdynamik als auch hohen Langstreckenkomfort ermöglichen. Serienmäßig kommen Michelin Pilot Sport Cup 2-Reifen zum Einsatz. ABS und Traktionskontrolle ergänzen das Fahrwerkskonzept, ohne den analogen Charakter des Fahrzeugs einzuschränken.

Gestalterisch orientiert sich der Blackbird am legendären Lockheed-Jet SR-71 Blackbird. Die lang gestreckten Proportionen, markante Linienführung und aktive vertikale Heckstabilisatoren greifen Elemente des berühmten Aufklärungsflugzeugs auf. Die Stabilisatoren fahren automatisch bei 115 km/h aus und lassen sich zusätzlich manuell aktivieren. Weitere Luftfahrtanleihen finden sich in der diamantförmigen Vierfach-Abgasanlage, deren Gestaltung vom Bell X-1-Flugzeug inspiriert wurde. Ergänzt wird das Konzept durch Formel-1-inspirierte Sidepods sowie Winglets mit Vorbildern aus dem LMP1-Sportwagenbau.
Auch im Innenraum verfolgt Hennessey konsequent das analoge Konzept. Infotainment-Bildschirme, digitale Instrumente und Multifunktionstasten am Lenkrad entfallen vollständig. Stattdessen dominiert ein großer analoger Drehzahlmesser das Cockpit. Ein klassischer Zündschlüssel und mechanische Bedienelemente sollen die direkte Verbindung zwischen Fahrer und Fahrzeug stärken. Moderne Konnektivität bleibt über verdeckt integrierte Technik erhalten, ohne das Erscheinungsbild des Innenraums zu verändern.
Trotz seiner Leistungsfähigkeit versteht Hennessey den Blackbird ausdrücklich als Touring-Hypercar. Die Konstruktion ist auf Tagesetappen von mehr als 1300 Kilometer ausgelegt. Eine größere Kabine als im Venom F5, adaptive Federung, reduzierte Geräuschentwicklung, vier Getränkehalter sowie Gepäckraum für zwei Handgepäckkoffer und zusätzliche Staufächer unterstreichen den Anspruch an Alltagstauglichkeit und Komfort. Optional steht ein großflächiges Glasdach zur Verfügung, das zusätzliche Helligkeit im Innenraum schaffen soll.
Der Hennessey Blackbird wird weltweit auf lediglich 71 Exemplare limitiert. Der Einstiegspreis liegt bei 2,5 Millionen US-Dollar vor Steuern. Konstruktion und Fertigung erfolgen in Texas. Die Homologation ist für wichtige internationale Märkte vorgesehen. Produktionsbeginn ist der Zeitraum von 2029 bis 2030. Bereits mehr als zwei Drittel der geplanten Produktion sind reserviert.
Fotos: Hennessey/Text: Rainer Roßbach
