Dererk Bell

Derek Bell wird 85

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Dererk Bell
Derek Bell (mit Helm) am 917 LH

Derek Bell gehört zu den erfolgreichsten Langstreckenrennfahrern seiner Generation. Seine Laufbahn ist eng mit Porsche verbunden und reicht vom 917 der frühen 1970er-Jahre bis zu den Gruppe-C-Prototypen 956 und 962. Am 31. Oktober 2026 wird der Brite 85 Jahre alt. Porsche Motorsport würdigt damit einen Fahrer, dessen Erfolge auf Geschwindigkeit, Konstanz und technischem Verständnis beruhen.

Bell wird am 31. Oktober 1941 in Pinner im Londoner Umland geboren. Über den britischen Clubrennsport gelangt er in die Formel 3 und Formel 2, bevor der Langstreckensport zunehmend in den Mittelpunkt rückt. 1971 startet er erstmals bei den 24 Stunden von Le Mans mit einem Porsche 917 LH. Der auf hohe Endgeschwindigkeit ausgelegte Prototyp erreicht auf der Hunaudières-Geraden nach Bells Erinnerung 396 km/h. Die Beschleunigung beschreibt er später als vergleichbar mit einem Flugzeugstart.

Seine erfolgreichste Phase bei Porsche fällt in die Gruppe-C-Ära der 1980er-Jahre. Der Porsche 956 und sein Nachfolger 962 verbinden Turbotechnik und aerodynamischen Abtrieb mit der für Langstreckenrennen entscheidenden Effizienz. Das Reglement berücksichtigt neben der Leistung auch den Kraftstoffverbrauch. Die Fahrer müssen deshalb Geschwindigkeit und Reichweite sorgfältig aufeinander abstimmen. Hohe Kurvengeschwindigkeiten, lange Stints und die Belastung eines 24-Stunden-Rennens verlangen neben fahrerischem Können vor allem Konzentration und Konstanz.

Dererk Bell
Derek Bell im Porsche 956

Bell entwickelt sich in diesem Umfeld zu einem der erfolgreichsten Piloten seiner Zeit. Mit Teamkollegen wie Jacky Ickx, Hans-Joachim Stuck und Al Holbert gewinnt er zahlreiche Rennen und Meisterschaften. Besonders die Zusammenarbeit mit Ickx prägt seine Karriere. 1985 und 1986 wird Bell Sportwagen-Langstreckenweltmeister.

Fünfmal gewinnt Bell die 24 Stunden von Le Mans, viermal davon mit Porsche. 1981 siegt er im Porsche 936, 1982 im 956 sowie 1986 und 1987 im 962. Auch beim 24-Stunden-Rennen von Daytona überzeugt er: 1986, 1987 und 1989 gewinnt er dort mit dem Porsche 962. Diese Erfolge unterstreichen die Bedeutung des britischen Rennfahrers für die internationale Sportwagen-Szene und die Porsche-Motorsportgeschichte.

Ein besonderer Moment ist der gemeinsame Le-Mans-Start mit seinem Sohn Justin. 1992 teilen sich Derek Bell, Justin Bell und Tiff Needell einen Porsche 962 C. Das Trio beendet das Rennen auf dem zwölften Platz.

Auch nach dem Ende seiner aktiven Karriere bleibt Bell Porsche verbunden. Bei historischen Veranstaltungen und Präsentationen berichtet er über die Zusammenarbeit von Fahrern, Ingenieuren und Mechanikern, die unter hohem Zeitdruck leistungsfähige Rennfahrzeuge entwickeln und einsetzen. Beim Wiedersehen zum Jubiläum „40 Jahre Gruppe C“ bringt er den Aufwand dieser Ära auf eine knappe Formel: „Wir haben gearbeitet wie die Irren.“

Heute lebt Bell in Florida. Seine Karriere verbindet mehrere Entwicklungsstufen des Langstreckensports. Vom Porsche 917 bis zum 956 und 962 steht sie für eine Epoche, in der aerodynamischer Abtrieb, Turbotechnik, Kraftstoffeffizienz und mechanische Standfestigkeit über den Erfolg entschieden. Bells Stärke liegt dabei nicht allein im Tempo, sondern in der Fähigkeit, es über die gesamte Renndistanz konstant umzusetzen.

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Derek Bell im 962 IMSA bei den 24h Daytona 1989

Footos: Porsche/Text: Rainer Roßbach