Honda Passport Baja Spec

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Honda Passport Baja Spec

Mit dem Honda Passport Baja Spec überträgt Honda Technologien aus dem internationalen Motorsport in eine der anspruchsvollsten Disziplinen des Offroad-Rennsports. Der von Honda Racing Corporation USA (HRC US) in Südkalifornien entwickelte Trophy-Truck ist das erste Hybridfahrzeug, das in der höchsten Klasse der SCORE World Desert Championship antreten soll. Für das Projekt arbeitet HRC mit Mason Motorsports zusammen. Am Steuer sitzt der zweimalige Baja-1000-Sieger Bryce Menzies, der gemeinsam mit Menzies Motorsports an den Start geht. Das langfristige Ziel ist ein Gesamtsieg bei der Baja 1000, die 2027 ihr 60-jähriges Bestehen feiert.

Herzstück des Antriebskonzepts ist ein 2,4 Liter großer V6-Biturbo, der hinter der Fahrerkabine in Mittelmotoranordnung installiert ist. Der vollständig aus Aluminium gefertigte Motor basiert auf dem Triebwerk des Acura ARX-06 GTP-Prototyps. Seine Standfestigkeit hat er bereits bei Langstreckenrennen wie den 24 Stunden von Daytona und den 12 Stunden von Sebring unter Beweis gestellt. Zusammen mit einem eigens entwickelten 800-Volt-Hybridsystem stellt der Verbrennungsmotor mehr als 1.300 PS bereit. Damit übertrifft der Honda die Leistung der großvolumigen, frei saugenden Neunliter-V8-Motoren, die bislang die leistungsstärksten Trophy-Trucks antreiben.

Honda Passport Baja Spec

Die Kraftübertragung übernimmt ein von Mason Motorsports entwickeltes Fünfganggetriebe mit spezieller Doppelwinkel-Antriebskonstruktion. Der Allradantrieb nutzt eine ungewöhnliche Transaxle-Architektur mit zwei hinteren Antriebswellen. An den Rädern kommen abgewinkelte Kegelradgetriebe zum Einsatz, die eine hohe Bodenfreiheit ermöglichen und zugleich Einstellungen von Sturz und Spur erlauben. An der Vorderachse wird das Drehmoment über ein Differential und Portalgetriebe an den Radnaben übertragen. Diese Konstruktion verbindet die Anforderungen an eine robuste Kraftübertragung mit einer möglichst großen Bodenfreiheit im extremen Wüstengelände.

Auch bei der Elektronik beschreitet HRC neue Wege. Das Hybridsystem verfügt über einen eigens entwickelten Batteriesatz, den HRC US vollständig selbst konstruiert und fertigt. Zum Einsatz kommen Pouch-Zellen einer früheren Formel-1-Generation, die in einem leichten Kohlefasergehäuse untergebracht sind. Entwicklung, Schweißarbeiten, Montage und Validierung erfolgen in einem eigens eingerichteten Reinraum am HRC-Standort in Santa Clarita. Hinzu kommen Brake-by-Wire-Systeme an beiden Achsen, eine adaptive Traktionskontrolle und eine KI-gestützte Leistungssteuerung. Motor, Fahrwerk und Energiemanagement sind über eine zentrale Softwarearchitektur miteinander vernetzt. Die Abstimmung kann während des Rennens an Fahrer, Strecke und Bedingungen angepasst werden.

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Die Kohlefaserkarosserie wurde mithilfe computergestützter Strömungssimulationen (CFD) entwickelt. Ziel ist eine möglichst hohe Fahrstabilität bei hohen Geschwindigkeiten sowie eine kontrollierte Luftführung. Seitliche Kanäle hinter den Vorderrädern reduzieren den Luftwiderstand. Aerodynamisch ausgelegte Auspufföffnungen hinter dem Cockpit besitzen integrierte Leitflächen. Eine spezielle Luftführung über und durch die Fahrerkabine soll ebenfalls den Luftwiderstand verringern. Gleichzeitig ist der Kühler möglichst weit hinten und tief positioniert, um die Gewichtsverteilung und den Fahrzeugschwerpunkt zu optimieren.

Die technische Basis bildet das Gen-2-Allradchassis von Mason Motorsports aus Lake Elsinore, das für den Hybridantrieb mit einem speziellen hinteren Rahmenbereich angepasst wurde. Ein 145 Gallonen fassender Sicherheitstank aus Carbon-Kevlar sitzt zentral in der Fahrerkabine. Seine Position soll zusammen mit weiteren nach hinten verlagerten Komponenten eine möglichst konstante Gewichtsverteilung gewährleisten, auch wenn sich der Kraftstoffvorrat während des Rennens verringert. Für Traktion und Radführung sorgen Toyo-Reifen sowie eine Langhub-Federung mit jeweils zwei FOX-Racing-Dämpfern pro Rad.

Seine öffentliche Premiere feiert der Honda Passport Baja Spec vom 3. bis 6. November 2026 auf der SEMA Show in Las Vegas. Das erste Rennen ist für den 2. bis 6. Juni 2027 bei der Baja 500 vorgesehen. Honda bringt damit seine umfangreiche Offroad-Erfahrung in ein neues technisches Umfeld: Der Hersteller kann auf 22 Gesamtsiege bei der Baja 1000 sowie 17 Klassensiege im vierrädrigen Baja-Wettbewerb seit 2015 verweisen. Der Hybrid-Trophy-Truck soll diese Motorsporttradition mit einer neuen Antriebstechnologie fortsetzen.

Fotos: Honda/Text: Rainer Roßbach