Toyota GRMN Corolla „Nürburgring“

Toyota GRMN Corolla „Nürburgring“

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Toyota GRMN Corolla „Nürburgring“

Die Japaner schärfen die GR-Familie weiter nach und präsentiert mit dem GRMN Corolla die bislang extremste Version des GR Corolla. Entwickelt wurde das Fahrzeug mit klarem Fokus auf maximale Fahrpräzision, hohe Standfestigkeit und ein intensives Fahrerlebnis auf der Nürburgring-Nordschleife. GAZOO Racing setzt dabei konsequent auf Erkenntnisse aus dem Motorsport und überträgt Erfahrungen aus der japanischen Super Taikyu Series direkt in die Serie. 

Im Zentrum der Entwicklung stand laut Toyota die Forderung von Akio Toyoda alias „Morizo“, dass ein Modell mit dem Kürzel GRMN den Nürburgring unter Volllast beherrschen müsse. Die Nordschleife mit ihren extremen Bodenwellen, schnellen Richtungswechseln und hohen Belastungen diente deshalb als entscheidender Prüfstand. Ziel war ein Fahrzeug, das selbst im Grenzbereich präzise kontrollierbar bleibt und eine besonders enge Verbindung zwischen Fahrer und Fahrzeug ermöglicht. 

Technisch unterscheidet sich der GRMN Corolla deutlich vom bekannten GR Corolla. Die Aerodynamik wurde vollständig neu abgestimmt. Funktionale Luftführungen in Motorhaube und Kotflügeln, spezielle Frontspoiler sowie ein einstellbarer Heckflügel verbessern den Anpressdruck und stabilisieren das Fahrzeug bei hohen Geschwindigkeiten. Die Erkenntnisse stammen direkt aus den Rennfahrzeugen der Super Taikyu Series, darunter auch aus dem wasserstoffbetriebenen GR Corolla. Besonders intensiv arbeiteten die Ingenieure an der Abstimmung des Heckflügels, dessen Winkel in Ein-Grad-Schritten getestet wurde. 

Toyota GRMN Corolla „Nürburgring“

Auch das Fahrwerk wurde konsequent auf die Anforderungen der Nordschleife ausgelegt. Exklusive Monotube-Dämpfer mit Rebound-Federn verbessern die Traktion am kurveninneren Rad und erhöhen die Stabilität bei schnellen Richtungswechseln. Zusätzlich optimierte Toyota die Anschlagpuffer und die Dämpferwege millimetergenau, um selbst auf unruhigem Asphalt maximale Stabilität sicherzustellen. Breitere Michelin Pilot Sport Cup 2-Reifen im Format 245/40 ZR18 sorgen für zusätzlichen mechanischen Grip und erhöhen die Kurvenstabilität ebenso wie die Bremsperformance. 

Die Lenkung erhielt eine speziell angepasste elektrische Servounterstützung, die auch unter hohen Querkräften ein präzises Feedback gewährleisten soll. Parallel dazu wurde die Allradsteuerung neu kalibriert. Das System verteilt die Kraft gezielter an die Hinterachse und verbessert sowohl die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten als auch das Einlenkverhalten. 

Beim Antrieb setzt Toyota weiterhin auf den aufgeladenen Dreizylinder-Turbomotor, dessen Entwicklung eng mit den Motorsportaktivitäten rund um den Wasserstoff-Verbrenner verknüpft wurde. Das maximale Drehmoment steigt auf 415 Newtonmeter und liegt damit 15 Newtonmeter über dem Basisfahrzeug. Entscheidend war dabei nicht die Spitzenleistung, sondern die Optimierung des mittleren Drehzahlbereichs zwischen 3.600 und 4.800 Umdrehungen pro Minute, um insbesondere die Beschleunigung aus Kurven heraus zu verbessern. Für konstante Leistung unter Dauerbelastung verfügt der GRMN Corolla zusätzlich über einen Wasser-Intercooler. 

Toyota GRMN Corolla „Nürburgring“

Konsequent fällt auch die Gewichtsreduktion aus. Der GRMN Corolla verzichtet auf die Rücksitze und spart gegenüber dem Serienmodell rund 30 Kilogramm ein. Ergänzt wird dies durch einen besonders fahrerorientierten Innenraum mit Vollschalensitzen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, Alcantara-ähnlichen Oberflächen und Carbon-Applikationen aus dem Motomachi-Werk von Toyota. Ziel war laut Toyota ein Cockpit, das den Fahrer vollständig auf das Fahren fokussiert. 

Der GRMN Corolla soll ab 2027 in begrenzter Stückzahl vor allem in Japan, Nordamerika und Australien angeboten werden. Toyota positioniert das Modell als kompromisslose Motorsport-Interpretation des Corolla und als technisches Aushängeschild innerhalb der GR-Familie. 

Fotos: Toyota/Text: Rainer Roßbach