BMW M2 „M xDrive“ UWE FISCHER

BMW M2 „M xDrive“

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BMW M2 „M xDrive“ UWE FISCHER

Der BMW M2 gehört seit seiner Einführung zu den letzten Vertretern einer Spezies, die in der modernen Automobilwelt zunehmend selten wird. Kompakte Abmessungen, ein aufgeladener Reihensechszylinder und konsequenter Hinterradantrieb haben ihn zu einem der charakterstärksten Fahrzeuge im Portfolio der BMW M GmbH gemacht. Nun erhält der kleinste M-Sportwagen erstmals eine Technologie, die bislang den größeren Brüdern M3 und M4 vorbehalten war: das variable Allradsystem M xDrive.

Auf den ersten Blick bleibt der Eingriff dezent. Die markanten Proportionen des M2 verändern sich kaum. Die lange Motorhaube, die kraftvoll ausgeformten Radhäuser und das nahezu klassische Coupé-Heck bewahren jene Präsenz, die der G87 seit seiner Vorstellung zeigt. Doch unter der Karosserie verschiebt sich das technische Gleichgewicht grundlegend.

BMW kombiniert den bekannten 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit dem intelligenten M xDrive-System. Der Biturbo-Motor leistet weiterhin 480 PS und entwickelt sein Drehmoment über ein breites Drehzahlband. Neu ist die Art und Weise, wie diese Kraft auf die Straße gelangt. Eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung verteilt das Antriebsmoment situationsabhängig zwischen Vorder- und Hinterachse. Ergänzt wird das System durch das aktive M-Differenzial an der Hinterachse. Das Zusammenspiel erhöht die Traktion insbesondere beim Herausbeschleunigen aus Kurven sowie auf Fahrbahnen mit wechselnden Gripverhältnissen.

BMW M2 „M xDrive“ UWE FISCHER

Die Auswirkungen zeigen sich unmittelbar in den Fahrleistungen. Für den Sprint von null auf 100 km/h benötigt der BMW M2 mit M xDrive lediglich 3,7 Sekunden und unterbietet damit die heckgetriebene Variante um drei Zehntelsekunden. Auch die Beschleunigung bis 200 km/h fällt deutlich energischer aus. Die Höchstgeschwindigkeit liegt serienmäßig bei 250 km/h und steigt mit dem optionalen M Driver’s Package auf 285 km/h.

Interessant ist dabei die Philosophie hinter dem System. BMW verzichtet bewusst auf eine permanente Allradcharakteristik. Im normalen Fahrbetrieb bleibt die Kraftverteilung stark heckbetont. Erst wenn zusätzliche Traktion erforderlich wird, schaltet das System die Vorderachse hinzu. Damit soll jene Agilität erhalten bleiben, die den M2 seit jeher auszeichnet. Selbst ein reiner Hinterradmodus bleibt verfügbar, sofern die Fahrstabilitätsregelung deaktiviert wird. Die Ingenieure versuchen somit, den Spagat zwischen maximaler Performance und traditionellem M-Fahrgefühl zu meistern.

Klaren Flächen und kantige Volumen des M2 wirken weniger wie ein funktionaler Gegenentwurf zur zunehmenden Komplexität moderner Sportwagen. Breite Spurweiten, kurze Überhänge und die weit außen positionierten Räder kommunizieren Stabilität bereits im Stand. Der Designansatz folgt damit konsequent der technischen Ausrichtung.

BMW M2 „M xDrive“ UWE FISCHER

Während viele Hersteller ihre kompakten Sportwagen zugunsten elektrischer Plattformen aufgeben oder stark transformieren, investiert BMW weiterhin in die Weiterentwicklung klassischer Hochleistungsfahrzeuge. Der M2 mit M xDrive demonstriert, wie sich etablierte Motorsporttechnologien in bestehende Fahrzeugarchitekturen integrieren lassen. Die Technik stammt unmittelbar aus den größeren M-Modellen und wird nun auf ein kompakteres Format übertragen. Damit entsteht ein Fahrzeug, das nicht nur schneller wird, sondern seine Einsatzmöglichkeiten deutlich erweitert.

Der neue M2 zeigt zudem, wie stark die Grenzen zwischen Rennstrecke und Alltag inzwischen verschwimmen. Das M xDrive-System verbessert die Beherrschbarkeit bei Nässe, Kälte und wechselnden Straßenbedingungen, ohne den sportlichen Charakter aufzugeben. Gerade in Märkten mit anspruchsvollen klimatischen Bedingungen dürfte dies die Attraktivität des Modells erheblich steigern.

Am Ende steht kein radikaler Bruch mit der Tradition des M2. Vielmehr handelt es sich um eine technische Evolution, die den Charakter des Fahrzeugs erweitert. Der neue BMW M2 mit M xDrive bleibt ein kompakter Hochleistungssportwagen mit unverwechselbarer Identität. Doch er fügt seinem Repertoire eine Fähigkeit hinzu, die bislang fehlte: die Fähigkeit, seine Leistung unter nahezu allen Bedingungen effizient auf die Straße zu bringen. Damit wird aus dem Puristenwerkzeug ein noch vielseitigeres Fahrerauto für eine neue Generation von Enthusiasten.

BMW M2 „M xDrive“

Fotos: BMW Group/Text: Rainer Roßbach