Zu den Sternen!, Arp-Museum, Yael Bartana

Zu den Sternen! im Arp Museum

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Zu den Sternen!, Arp-Museum, Dominique Gonzalez-Foerster
Dominique Gonzalez-Foerster

Die Ausstellung widmet sich der engen Verbindung von Kunst, Technik und Raumfahrt. Im Mittelpunkt stehen Visionen des Weltraums, die sich über mehr als ein Jahrhundert erstrecken und den technologischen Fortschritt ebenso thematisieren wie die gesellschaftlichen Folgen wissenschaftlicher Entwicklungen. Die Schau zeigt, dass die Faszination für den Kosmos lange vor den ersten Raumflügen entstand und bis heute Künstlerinnen und Künstler zu technisch geprägten Arbeiten inspiriert.

Aus technischer Perspektive zeigt die Ausstellung, wie wissenschaftliche Erkenntnisse, Raumfahrtprogramme und moderne Ingenieurleistungen das künstlerische Denken beeinflussen. Die Entwicklung neuer Materialien, satellitengestützter Bildtechnik sowie digitaler Visualisierung eröffnet dabei neue Ausdrucksformen. Gleichzeitig wird deutlich, dass technische Innovationen stets auch Fragen nach ihrer gesellschaftlichen Nutzung aufwerfen.

Zu den Sternen!, Arp-Museum, Mona Schulzek
Mona Schulzek

Mona Schulzek etwa richtet den Blick unmittelbar auf Kommunikationstechnologien und Raumfahrt. Ihr „Outerspace Transmitter“ sendet Botschaften in Richtung Weltraum und greift damit technische Konzepte interstellarer Kommunikation auf. Ergänzt wird diese Arbeit durch „Chamber VI“, ein Objekt aus Weltraumschrott und einer ehemaligen Tauchkapsel. Die Kombination unterschiedlicher technischer Systeme verdeutlicht den Wandel von ursprünglich funktionalen Konstruktionen zu künstlerischen Objekten. Das integrierte Bullauge ermöglicht dem Besucher die eigene Spiegelung und verbindet den Menschen unmittelbar mit dem technischen Objekt.

Historisch spannt die Ausstellung einen Bogen von der Romantik bis zur Gegenwart. Einen wichtigen Schwerpunkt bildet dabei der russische Kosmismus, dessen Ideen Wissenschaft und Technologie als Wege zu Unsterblichkeit und Wiederauferstehung verstanden. Alexander Rodtschenko übertrug diese Vorstellungen in kinetische Skulpturen aus kreisförmigen Elementen, deren räumliche Konstruktion technische Präzision mit künstlerischer Abstraktion verbindet.

Zu den Sternen!, Arp-Museum, Yael Bartana
Yael Bartana

Auch die Nachkriegsavantgarde greift die Begeisterung für Raumfahrt auf. Die Künstler der Gruppe Zero beschäftigen sich mit Licht, Bewegung und neuen Materialien und spiegeln damit die Aufbruchsstimmung des beginnenden Raumfahrtzeitalters wider. Dem gegenüber stehen aktuelle Positionen wie Bjørn Melhus‘ Videoarbeit „Revelation“, die technische Zukunftsbilder mit apokalyptischen Motiven verknüpft.

Den Abschluss bildet Yael Bartanas Installation „Light to the Nations/Farewell“, die ursprünglich für die Biennale in Venedig entstand. Sie entwirft das Szenario einer Flucht der Menschheit von einer zerstörten Erde in einem archeähnlichen Raumschiff. Damit verbindet die Künstlerin moderne Raumfahrttechnologie mit gesellschaftlichen Zukunftsfragen und verdeutlicht den schmalen Grat zwischen wissenschaftlicher Vision und realer technologischer Entwicklung.

Fotos/Text: Rainer Roßbach