Chevrolet Corvette XP-897GT Two-Rotor

Chevrolet Corvette XP-897GT Two-Rotor (1973)

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Chevrolet Corvette XP-897GT Two-Rotor

Die Corvette mit Zweischeiben-Rotationsmotor entstand Anfang der 1970er-Jahre als Versuch, den Wankelmotor für einen künftigen Chevrolet-Sportwagen nutzbar zu machen. General-Motors-Präsident Ed Cole hatte sich für die von Felix Wankel bei NSU entwickelte Kreiskolbentechnik begeistert und GM nach einem Fertigungsabkommen mit der Entwicklung eigener Rotary-Technologie beauftragt. Im Mittelpunkt stand der zweischeibige GMRCE (General Motors Rotary Combustion Engine). 

Der XP-897GT wurde vom GM Experimental Studio gestaltet und innerhalb von nur sechs Monaten auf Basis eines modifizierten Porsche-914-Fahrgestells bei Pininfarina in Italien aufgebaut. Der quer montierte Zweischeiben-Wankel leistete 180 PS und trieb ein neues Automatik-Transaxle an, das ursprünglich für den kommenden X-Body Chevrolet Citation entwickelt wurde. 

Chevrolet Corvette XP-897GT Two-Rotor

Auf der IAA 1973 in Frankfurt feierte das als „Two-Rotor Car“ bezeichnete Konzept seine Premiere. Wie schon der XP-882 wurde der Wagen von der Fachpresse als möglicher Vorbote einer kommenden Corvette-Generation mit Mittelmotor interpretiert. Parallel entstanden weitere technische und stilistische Varianten. 

Aus dem XP-882-Fahrgestell entwickelte sich der XP-895 mit einer neuen Karosserie des GM Corporate Design Staff unter William L. Mitchell. Eine nahezu identische Version mit Aluminiumkarosserie entstand nach Gesprächen mit der Reynolds Metals Company und wurde als „Reynolds Aluminum Car“ bekannt. Der XP-895 kombinierte einen Big-Block-454-V8 mit einem Gewicht von rund 3.000 Pfund. 

Zusätzlich erhielt das verbliebene XP-882-Fahrgestell einen außergewöhnlichen Vierzylinder-Wankelantrieb: Zwei Vega-Wankelmotoren wurden gekoppelt und entwickelten zusammen 420 PS. Für dieses Konzept entstand erneut eine eigenständige Karosserie – der „Four-Rotor Car“. Der XP-897GT war damit Teil einer Phase, in der General Motors intensiv mit alternativen Antriebskonzepten und neuen Corvette-Architekturen experimentierte. Zur Serienproduktion einer Wankel-Corvette kam es jedoch nicht.

Fotos: Chevrolet, General Motors/Text: Rainer Roßbach