
Der Adventurer II entstand 1954 auf Basis eines DeSoto-Chassis und steht exemplarisch für die damalige technische und gestalterische Zusammenarbeit zwischen Chrysler Corporation und dem italienischen Karosseriebauer Ghia, die sich auch in eleganten zeitgenössischen Kleinserien der beiden Unternehmen zeigt. Verantwortlich für das Design war Giovanni Savonuzzi, dessen sogenannte „Supersonic“-Linienführung bereits bei europäischen Sportwagen wie dem Alfa Romeo 1900 Conrero und dem Fiat 8V für Aufmerksamkeit gesorgt hatte.

Technisch setzte Chrysler auf bewährte Komponenten aus dem DeSoto-Programm. Das stabile Fahrgestell bot eine Basis für die aufwendig gefertigte Coupé-Karosserie. Die Kombination aus amerikanischer Fahrwerkstechnik und italienischer Designphilosophie verlieh dem Fahrzeug eine außergewöhnliche Präsenz. Besonders auffällig waren die langgezogene Frontpartie mit einem ausducksstarken Chromgrill, die Kotflügel mit einer ausgeprägten Grafik und fließende Übergänge zwischen Dach, Heck und Seitenlinie.

Vorgestellt wurde der Chrysler Adventurer II im Juni 1954 auf Chryslers Testgelände in den USA. Wenig später präsentierte Chrysler das DeSoto-Coupé auch auf dem Turiner Autosalon. Während die Resonanz zur damaligen Zeit unterschiedlich ausfiel, entwickelte sich der Adventurer II über Jahrzehnte zu einem der bekanntesten Chrysler-Ghia-Concept-Cars. Heute gilt das Einzelstück als wichtiges Beispiel für die experimentelle Fahrzeuggestaltung der Nachkriegszeit. Das Fahrzeug ist heute im Besitz der Collection of Paul Gould in New York.





Fotos: Petersen Automotive Museum, petersen.org/Text: Rainer Roßbach
